{"id":296,"date":"2022-07-19T10:20:55","date_gmt":"2022-07-19T08:20:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.soep-cov.de\/?page_id=296"},"modified":"2022-11-22T10:38:45","modified_gmt":"2022-11-22T09:38:45","slug":"296-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.soep-cov.de\/de\/296-2\/","title":{"rendered":"SOEP-CoV Spotlight #1"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"has-text-color has-larger-font-size wp-block-heading\" style=\"color:#ae393f\"><strong>SOEP-CoV Spotlight #1<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<h4 class=\"has-text-color has-large-font-size wp-block-heading\" style=\"color:#096398\">Ergebnisbericht, Version: 21 Juni 2020<\/h4>\n\n\n\n<h2 class=\"has-text-color has-larger-font-size wp-block-heading\" style=\"color:#ae393f\">Familienleben in Corona-Zeiten<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-large-font-size\" style=\"color:#096398\">von Sabine Zinn<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\">Die durch die Corona-Pandemie bedingten Einschr\u00e4nkungen der letzten Wochen hatten weitreichende Auswirkungen auf das Familienleben, die bis heute nachwirken. Der Schulbetrieb l\u00e4uft deutschlandweit nur langsam wieder an. Kinderbetreuung ist nur f\u00fcr bestimmte Kinder (vor allem Vorschulkinder, Kinder von Alleinerziehenden und Kinder system-relevanter Eltern) m\u00f6glich. Viele Eltern arbeiten noch immer vollst\u00e4ndig oder teilweise im Homeoffice.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"has-text-color has-large-font-size wp-block-heading\" style=\"color:#096398\">Wie organisieren M\u00e4nner und Frauen Haushalt und Kinderbetreuung?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\">Im Folgenden wird der Frage nachgegangen, wie Familien mit den Einschr\u00e4nkungen umgegangen sind. Wie haben sie die Kinderbetreuung zusammen mit der normalen Hausarbeit (d.h. das Kochen, Putzen und Waschen) organisiert? Gibt es hier Unterschiede zwischen Frauen und M\u00e4nnern, zwischen Familien in Ost- und Westdeutschland? Welche Rolle spielt dabei die Art der Erwerbst\u00e4tigkeit?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\">Um diese Fragen zu beantworten, wurden die Daten der SOEP-CoV Studie genutzt. Konkret wurden die Daten zur Zeitverwendung f\u00fcr Kinderbetreuung und Hausarbeit in Haushalten mit Kindern bis zu 16 Jahren f\u00fcr April 2020 analysiert. Um einen Eindruck davon zu gewinnen, inwieweit sich die Anzahl der Stunden, die Frauen und M\u00e4nner f\u00fcr diese Aufgaben aufbringen, im Vergleich zum Vorjahr ver\u00e4ndert hat, haben wir vergleichbare Daten aus dem Sozio-Oekonomischen Panel (SOEP) von 2019 herangezogen. Das SOEP erm\u00f6glicht Hochrechnungen auf alle Privathaushalte in Deutschland f\u00fcr alle Jahre von 1984 bis heute.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\">Das Ergebnis dieser Analysen zeigt: In der Corona-Zeit (konkret im April 2020) erh\u00f6ht sich im Vergleich zum Vorjahr die Gesamtstundenzahl, die Frauen und M\u00e4nner durchschnittlich an Werktagen mit Kinderbetreuung und Haushalt verbringen. Dabei \u00fcbernehmen Frauen \u2013 wie schon im Vorjahr \u2013 mehr Kinderbetreuungs- und Hausarbeit als M\u00e4nner. Sie verbringen an Werktagen im April 2020 durchschnittlich 7,6 Stunden mit der Kinderbetreuung, bei den M\u00e4nnern sind es 4,2 Stunden. Bei der Hausarbeit erh\u00f6ht sich im Vergleich zum Vorjahr die Stundenzahl bei Frauen und M\u00e4nnern gleicherma\u00dfen um circa eine halbe Stunde. 2019 verbrachten die Frauen an Werktagen durchschnittlich 5,3 Stunden mit Kinderbetreuungsarbeit, w\u00e4hrend das bei M\u00e4nner ungef\u00e4hr 2 Stunden lang der Fall war. Au\u00dferdem verbrachten die Frauen im Schnitt t\u00e4glich 2,1 Stunden mit Hausarbeit, die M\u00e4nner nur knapp eine Stunde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\">Die nachfolgende Abbildung zeigt die durchschnittliche Anzahl an Stunden, die Frauen und M\u00e4nner mit Kindern bis zu 16 Jahren in der Corona-Zeit (also im April 2020) an Werktagen mit Kinderbetreuung und Hausarbeit verbracht haben. In der Darstellung wird unterschieden zwischen Personen, die zur Zeit der Befragung Vollzeit arbeiten, Personen, die nicht erwerbst\u00e4tig sind und Personen, die in anderen Erwerbsformen arbeiten (u.a. Teilzeit, Kurzarbeit und Ausbildung). Die horizontalen Linien, die an den jeweiligen Punkten, die die Mittelwerte markieren, abgetragen sind, geben die 95%-Konfidenzintervalle f\u00fcr den jeweiligen Mittelwert (und somit die durch die Stichprobenerstellung erzeugte Unsicherheit in den Sch\u00e4tzungen) wieder.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\">Bez\u00fcglich der Kinderbetreuung zeigt sich: Erwartungsgem\u00e4\u00df steigt im Vergleich zum Vorjahr im April 2020 \u00fcber alle Erwerbsgruppen hinweg die Anzahl der Stunden, die im Durchschnitt an einem Werktag f\u00fcr die Kinderbetreuung aufgebracht werden: F\u00fcr Frauen, die Vollzeit arbeiten steigt sie um circa 3 Stunden, f\u00fcr nicht erwerbst\u00e4tige Frauen um 2 Stunden und f\u00fcr Frauen, die einer anderen Erwerbsform nachgehen, um 2,3 Stunden. F\u00fcr in Vollzeit erwerbst\u00e4tige M\u00e4nner steigt sie im Durchschnitt um 2 Stunden, bei allen anderen M\u00e4nnern sind es im Schnitt 3,3 Stunden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\">Bez\u00fcglich der Erwerbst\u00e4tigkeit zeigt sich: Vollzeit erwerbst\u00e4tige Frauen und Frauen, die einer anderen Form der Erwerbst\u00e4tigkeit nachgehen (z.B. in Teilzeit arbeiten), verbringen im April 2020 im Vergleich zum Vorjahr etwa eine halbe Stunde t\u00e4glich mehr mit Hausarbeit, w\u00e4hrend die Hausarbeitszeit f\u00fcr nicht erwerbst\u00e4tige Frauen unver\u00e4ndert bleibt. Die t\u00e4gliche Hausarbeitszeit der M\u00e4nner erh\u00f6hte sich in der Corona-Zeit unabh\u00e4ngig vom Erwerbsstatus um durchschnittlich 30 Minuten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"500\" src=\"http:\/\/www.soep-cov.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/image-2.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-297\" srcset=\"https:\/\/www.soep-cov.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/image-2.png 1000w, https:\/\/www.soep-cov.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/image-2-300x150.png 300w, https:\/\/www.soep-cov.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/image-2-768x384.png 768w, https:\/\/www.soep-cov.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/image-2-18x9.png 18w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\">Eine Unterscheidung nach Ost- und Westdeutschland zeigt keine wesentlichen Unterschiede in den t\u00e4glichen Stunden, die M\u00e4nner und Frauen mit Kindern bis zu 16 Jahren f\u00fcr die Kinderbetreuung und die Hausarbeit aufbringen. Ein entsprechender Befund ist in der nachfolgenden Abbildung dargestellt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"506\" src=\"http:\/\/www.soep-cov.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/image-4.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-299\" srcset=\"https:\/\/www.soep-cov.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/image-4.png 1000w, https:\/\/www.soep-cov.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/image-4-300x152.png 300w, https:\/\/www.soep-cov.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/image-4-768x389.png 768w, https:\/\/www.soep-cov.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/image-4-18x9.png 18w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h4 class=\"has-text-color has-large-font-size wp-block-heading\" style=\"color:#096398\"><br>Fazit (1\/2):<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\">Zusammenfassend l\u00e4sst sich sagen, dass sowohl M\u00e4nner als auch Frauen in Haushalten mit Kindern bis zu 16 Jahren im April 2020 im Durchschnitt mehr Stunden f\u00fcr die Kinderbetreuung und im Haushalt aufgebracht haben. Zudem zeigt sich, dass sich dieser zeitliche Mehraufwand nur marginal zwischen Frauen und M\u00e4nnern unterscheidet. Dieser Befund weist auf eine im Durchschnitt gleichm\u00e4\u00dfige Aufteilung der Mehrbelastung zwischen M\u00e4nnern und Frauen bei der Kinderbetreuung und bei der Hausarbeit hin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\">Die Frage danach, ob sich die Verhaltensmuster, die sich in den letzten Wochen in den Familien durch die durch Corona bedingten Einschr\u00e4nkungen herausgebildet haben, auch \u00fcber die Zeit der Ausgangssperren, Schulschlie\u00dfungen und etc. fortbestehen, l\u00e4sst sich erst in der Zukunft beantworten. Dennoch ist positiv anzumerken, dass sich im April 2020 sowohl Frauen als auch M\u00e4nner zu sehr \u00e4hnlichen Anteilen an der Mehrarbeit beteiligt haben, die durch die Ausgangsbeschr\u00e4nkungen entstanden sind\u2014und dies sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland. Ein Faktor, der dies beg\u00fcnstigt haben d\u00fcrfte, ist die M\u00f6glichkeit f\u00fcr viele Erwerbst\u00e4tige von zu Hause aus zu arbeiten. Flexiblere Arbeitszeiten (auch f\u00fcr V\u00e4ter) stellen ebenso eine m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung f\u00fcr diese Situation dar.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:18px\"><small><em>Anmerkungen (1\/2)<\/em>: (i) Diese Analyse differenziert nicht nach Lebensalter des Kindes bzw. der Kinder. Somit k\u00f6nnen keine Aussagen dar\u00fcber getroffen werden, in welchem Lebensalter welche Betreuungszeit jeweils von V\u00e4tern und M\u00fcttern \u00fcbernommen wurden. (ii) Gleiches gilt f\u00fcr die Anzahl an Kindern. Auch hier erm\u00f6glicht die Analyse keine Aussage dar\u00fcber, wieviel Zeit jeweils auf jedes Kind entfiel. (iii) F\u00fcr 2019 wurden die Angaben von insgesamt 7,742 Personen in Haushalten mit Kindern bis zu 16 Jahren ausgewertet (3,360 M\u00e4nnern und 4,382 Frauen). F\u00fcr die Corona-Zeit im April 2020 wurden Angaben von 1,543 Personen ausgewertet (516 M\u00e4nnern und 1027 Frauen). Alle Angaben wurden gewichtet um f\u00fcr Ausf\u00e4lle in der Stichprobe zu korrigieren und hinsichtlich Haushaltsgr\u00f6\u00dfe, Haushaltstyp, Bundesland, Gemeindegr\u00f6\u00dfenklasse, Nationalit\u00e4t, Geschlecht und Alter an die Verteilungen der derzeit verf\u00fcgbaren Mikrozensusdaten angepasst. (iv) Eine Auswertung der Daten nach erreichtem Bildungsabschluss ergibt keine wesentlich anderen Erkenntnisse als die Auswertung nach Erwerbsstatus. (v) Die hier beschriebenen Befunde best\u00e4tigen nicht die im DIW Wochenbericht \u201cCorona-Krise erschwert Vereinbarkeit von Beruf und Familie vor allem f\u00fcr M\u00fctter \u2013 Erwerbst\u00e4tige Eltern sollten entlastet werden\u201d (<a href=\"https:\/\/www.diw.de\/de\/diw_01.c.787888.de\/publikationen\/wochenberichte\/2020_19_1\/corona-krise_erschwert_vereinbarkeit_von_beruf_und_familie_v___r_muetter_____erwerbstaetige_eltern_sollten_entlastet_werden.html?pic=figure3#figure3\"><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color\">https:\/\/www.diw.de\/de\/diw_01.c.787888.de\/publikationen\/wochenberichte\/2020_19_1\/corona-krise_erschwert_vereinbarkeit_von_beruf_und_familie_v___r_muetter_____erwerbstaetige_eltern_sollten_entlastet_werden.html?pic=figure3#figure3<\/mark><\/a>) ge\u00e4u\u00dferten Bef\u00fcrchtungen, dass sich in der Corona-Zeit die bereits bestehenden Unterschiede zwischen M\u00fcttern und V\u00e4tern bez\u00fcglich der Zeit, die f\u00fcr Betreuungs- und Hausarbeit aufgebracht wird, weiter wesentlich vergr\u00f6\u00dfern.<\/small><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"has-text-color has-large-font-size wp-block-heading\" style=\"color:#096398\">Wie zufrieden sind Eltern mit dem Krisenmanagement der Schulen?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\">Schulschlie\u00dfungen haben sowohl die Kultusministerien als auch die Lehrer und die Eltern vor neue Herausforderungen gestellt. Obwohl sich bereits Anfang M\u00e4rz abzeichnete, dass diese Ma\u00dfnahme ergriffen werden wird, hat dies am Ende alle Beteiligten relativ unvorbereitet getroffen. Es war vollkommen unklar, wie lange die Schulen geschlossen bleiben sollten und ob und wenn ja wie Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler weiter beschult werden sollen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\">Relativ schnell wurden allerdings kompetente Stimmen laut, die klarmachten, dass sich Schulkinder weiterhin mit dem Schulstoff besch\u00e4ftigen m\u00fcssen, um einen \u201eLernstopp\u201c zu vermeiden (z.B. <a href=\"https:\/\/www.ifo.de\/node\/53796\"><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color\">https:\/\/www.ifo.de\/node\/53796<\/mark><\/a>). Nur gab es kein Konzept oder gar eine geeignete oder erprobte Plattform, die hierf\u00fcr deutschlandweit oder auch nur f\u00fcr alle Schulen eines Bundeslands genutzt werden konnte. Jede Schule war gezwungen sich selbst auf die neue Situation einzustellen und Mittel und Wege zu finden, um mit ihren Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern in Kontakt zu treten und Lernmaterial zur Verf\u00fcgung zu stellen. Dementsprechend haben die Schulen sehr unterschiedliche Strategien genutzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\">Wir haben diese Vermittlungskan\u00e4le in unserer Studie von den Eltern (f\u00fcr ihre j\u00fcngsten Schulkinder) abgefragt. F\u00fcr April 2020 gaben insgesamt 26% der Eltern an, Materialen per E-Mail erhalten zu haben. Der Unterschied zwischen Schulen in Ost- und Westdeutschland war hierbei gering: 24% im Vergleich zu 27%. Materialen per Server oder Cloud gab es f\u00fcr insgesamt 18% der Eltern (f\u00fcr ihr j\u00fcngstes Schulkind). Im Schnitt erhielten Eltern in Ostdeutschland Lernmaterial vor der Schulschlie\u00dfung in 51% der F\u00e4lle, Eltern in Westdeutschland in 54% der F\u00e4lle. Konferenzschaltungen, um mit den Kindern digital in Kontakt zu treten, gab es im April 2020 in Ostdeutschland f\u00fcr 14% und in Westdeutschland f\u00fcr 22% aller j\u00fcngsten Schulkinder in einem Haushalt. Immerhin 2% aller Schulen haben den Eltern \u00fcberhaupt kein Material f\u00fcr das Lernen zu Hause zur Verf\u00fcgung gestellt. Einen anderen Weg zur Informationsvermittlung (z.B. durch Abholen der Materialen direkt bei der Schule oder einem anderen Ort) gab es (im April 2020) f\u00fcr 14% aller j\u00fcngsten Schulkinder in einem Haushalt. Es ist davon auszugehen, dass die Zufriedenheit der Eltern mit dem Krisenmanagement der Schule (die ihr j\u00fcngstes Kind besucht) von der Art und Weise abh\u00e4ngt, wie die Lernmaterialen \u00fcbermittelt wurden. Die untenstehende Abbildung zeigt den entsprechenden Zusammenhang (wei\u00dfe Punkte), auf einer Skala von -1 bis 1 sowie den Anteil der Vermittlungswege, der den Eltern angeboten wurde (Prozentzahlen in Klammern). Die horizontalen Linien geben die 95%-Konfidenzintervalle f\u00fcr die jeweiligen Zusammenhangswerte an (und somit die durch die Stichprobenerstellung erzeugte Unsicherheit in der Sch\u00e4tzungen).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"580\" src=\"http:\/\/www.soep-cov.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/image-3.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-298\" srcset=\"https:\/\/www.soep-cov.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/image-3.png 700w, https:\/\/www.soep-cov.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/image-3-300x249.png 300w, https:\/\/www.soep-cov.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/image-3-14x12.png 14w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\">Insgesamt h\u00e4ngt die Zufriedenheit der Eltern nur bedingt von den \u00dcbermittlungswegen ab. Wir finden zum Beispiel keinen wesentlichen Zusammenhang f\u00fcr E-Mail oder Konferenzschaltungen. Positive Zusammenh\u00e4nge verzeichnen wir in Ostdeutschland f\u00fcr das Nutzen eines Servers oder einer Cloud sowie in Westdeutschland f\u00fcr die Bereitstellung von Lernmaterialen vor der Schulschlie\u00dfung. In Ostdeutschland f\u00fchren andere Methoden der Lernmaterialienweitergabe (wie z.B. das pers\u00f6nliche Abholen bei der Lehrerin oder der Schule) zu einer gr\u00f6\u00dferen Zufriedenheit mit dem Krisenmanagement der Schule. Eltern, die von der Schule \u00fcberhaupt kein Lernmaterial zur Verf\u00fcgung gestellt bekommen haben, sind im Gegenzug dazu sichtlich unzufrieden. Das hei\u00dft, die Zufriedenheit der Eltern bewegt sich in einem positiven Bereich, falls die Schulen zumindest auf irgendeine Weise reagiert haben. In Summe haben 39% der Eltern Materialen auf mehreren der benannten Wege erhalten. Dies wird sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland als positiv bewertet. Zwischen Ost- und Westdeutschland gibt es insgesamt nur kleine Unterschiede in der Zufriedenheit der Eltern mit dem Krisenmanagement der Schule. Gleiches gilt auch f\u00fcr die Anteile der Eltern in Bezug auf die von den Schulen genutzten \u00dcbermittlungskan\u00e4le.<br><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-text-color has-large-font-size wp-block-heading\" style=\"color:#096398\">Fazit (2\/2):<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\">Zusammenfassend zeigen die Ergebnisse, dass im April 2020 dem Gro\u00dfteil der Eltern (f\u00fcr ihre j\u00fcngsten Schulkinder) Lernmaterialien von der Schule zur Verf\u00fcgung gestellt wurde. Somit waren die meisten Schulen auch ohne deutschlandweit einheitliches Konzept oder eine entsprechende Plattform in der Lage mit den Eltern ihrer Sch\u00fclerinnen oder Sch\u00fclern bzw. ihren Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern direkt in Kontakt zu treten. Dies deutet auf eine gro\u00dfe Flexibilit\u00e4t und Improvisationsverm\u00f6gen der Schulen, Schulleiter und Lehrkr\u00e4fte hin, auch in Ausnahmesituationen effektiv und zielgerichtet reagieren zu k\u00f6nnen. Dennoch \u00fcberrascht der niedrige Anteil an digitalen L\u00f6sungen: gerade einmal 18 Prozent der Eltern haben Lernmaterial \u00fcber einen Server bzw. eine Cloud erhalten. In Ostdeutschland wurden im April 2020 nur 13 Prozent der Eltern Konferenzschaltungen f\u00fcr ihre j\u00fcngsten Schulkinder angeboten. In Westdeutschland waren es immerhin 22 Prozent. Dennoch ist dieser Anteil im Zeitalter der Digitalisierung als geradezu sp\u00e4rlich anzusehen. Es ist eindeutig Zeit, dass die Schulen diesbez\u00fcglich deutschlandweit aufr\u00fcsten.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:18px\"><small><em>Anmerkungen (2\/2)<\/em>: (i) In dieser Auswertung wurde nicht zwischen Schulformen unterschieden, da diese Information f\u00fcr die SOEP-CoV Studie nicht vorliegt. (ii) Gleicherma\u00dfen wurden f\u00fcr die Auswertungen alle Schulkinder zusammen betrachtet. Somit k\u00f6nnen aus den Ergebnissen keinerlei R\u00fcckschl\u00fcsse hinsichtlich der Passung der Ma\u00dfnahmen zum Alter und \/ oder der Jahrgangsstufe der Schulkinder gemacht werden. (iii) F\u00fcr diese Analyse wurden Angaben von 1,311 Eltern (aus unterschiedlichen Haushalten) mit Kindern im Schulalter ausgewertet. Alle Angaben wurden gewichtet um f\u00fcr Ausf\u00e4lle in der Stichprobe zu korrigieren und hinsichtlich Haushaltsgr\u00f6\u00dfe, Haushaltstyp, Bundesland, Gemeindegr\u00f6\u00dfenklasse, Nationalit\u00e4t, Geschlecht und Alter an die Verteilungen der derzeit verf\u00fcgbaren Mikrozensusdaten angepasst. (iv) Aussagen \u00fcber die Qualit\u00e4t der zur Verf\u00fcgung gestellten Materialen sind mit den SOEP CoV Daten nicht m\u00f6glich.<\/small><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\">Ich m\u00f6chte an dieser Stelle Michaela Kreyenfeld f\u00fcr Ihre wertvolle Mithilfe bei der Auswertung der SOEP-CoV Daten zum Thema \u201cKinderbetreuung und Haushalt\u201d danken.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.soep-cov.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/gefoerdert_vom_bmbf_deutsch_1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-169\" width=\"194\" height=\"129\" srcset=\"https:\/\/www.soep-cov.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/gefoerdert_vom_bmbf_deutsch_1.jpg 774w, https:\/\/www.soep-cov.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/gefoerdert_vom_bmbf_deutsch_1-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.soep-cov.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/gefoerdert_vom_bmbf_deutsch_1-768x510.jpg 768w, https:\/\/www.soep-cov.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/gefoerdert_vom_bmbf_deutsch_1-18x12.jpg 18w\" sizes=\"auto, (max-width: 194px) 100vw, 194px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>SOEP-CoV Spotlight #1 Ergebnisbericht, Version: 21 Juni 2020 Familienleben in Corona-Zeiten von Sabine Zinn Die durch die Corona-Pandemie bedingten Einschr\u00e4nkungen der letzten Wochen hatten weitreichende Auswirkungen auf das Familienleben, die bis heute nachwirken. 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